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GEW fordert gesparte Million zurück

27.05.2002 / LOKALAUSGABE / DUISBURG

Weil die Stadt eingespartes Geld nicht für den Schulversuch einsetzen dürfe, müsse es dem Schulhaushalt wieder zurückgegeben werden.

Sie war einer der massivstenKritiker des vom Land NRW geplanten Schulversuches "Selbstständige Schule", die Lehrer-Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Somit war es kein Wunder, dass ihr Vorsitzender Norbert Müller gestern vor der Presse von einer "Steilvorlage" für die bekannte GEW-Kritik sprach, mit der die Düsseldorfer Bezirksregierung jetzt der Stadt Duisburg in die Parade gefahren ist.

Das Risiko der anvisierten Zwei-Klassen-Gesellschaft unter den Duisburger Schulen (solche, die am Schulversuch mitmachen und vermeintlich viel Zuschüsse bekommen und solche, die nicht mitmachen und ohne Zuschüsse pädagogische Arbeit machen) ist nach Worten von Müller jetzt beseitigt - zur billigen Variante hin. Mit Tricks, Druck und viel Geld, das im allgemeinen Schulhaushalt eingespart worden sei, so Müller, seien gerade mal zehn Prozent der 200 Duisburger Schulen zur Teilnahme am Schulversuch gebracht worden. Dieses Konstrukt sei jetzt zusammengebrochen und Schuldezernent Gerd Bildau habe seinen Ruf als jemand, dem man trauen könne, in allen Schulen ruiniert.

Mehrheit hat der Verlockung widerstanden

Die für den Schulversuch im aktuellen Haushalt zusammengesparten 500 000 Euro ("Nicht gekaufte Bücher, unterlassene Reparaturen etc.") forderte der GEW-Vorsitzende für die Schulen wieder zurück.

Den Schulleitern machte Müller den Vorwurf, sich nicht wegen pädagogischer Arbeit sondern nur wegen eines Haufen Geldes für die Teilnahme am Schulversuch interessiert zu haben. Die absolute Mehrheit der Schulen indes hätte diesen Verlockungen widerstanden. Müller: "Und das waren nicht die Unengagierten in dieser Stadt." Wenn Regierungspräsident Büssow jetzt auf die 23 Schulleiter einwirken wolle, damit sie im Schulversuch bleiben, werfe dies ein bezeichnendes Licht auf sein Verständnis von selbstständiger Schule. Müller: "Es entscheidet die Schulkonferenz selbstständig und eben nicht ein Schulleiter über Ausstieg oder Teilnahme."

Den Schulversuch an sich bezeichnete Müller als einen ersten, gefährlichen Schritt "zum Verkauf der öffentlichen Schulen" an die private Wirtschaft (Bertelsmann-Stiftung). Bildung solle damit künftig "marktfähig gemacht werden, ohne weitere Mitsprache des Staates." (sten)





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