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Schule: Lukrative Einnahmequelle

"Was für Bildungsdezernent Bildau eine Blamage ist, ist für uns eine Steilvorlage", so Norbert Müller, Vorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Gemeint ist das drohende Aus für das Modellprojekt "Selbstständige Schule" in Duisburg.

Wie berichtet, darf die Kommune den Projektschulen keinen Extra-Zuschlag zahlen, an den die Schulen jedoch ihre Zusage geknüpft hatten. Zentrale Forderung der GEW ist, dass die 500 000 Euro "jetzt wieder in die Schulen zurückfließen, denn hier wurden sie zuvor eingespart, mit nicht gekauften Schulbüchern, aufgeschobenen Renovierungen", formuliert Müller. Bildau habe mit Geld geködert, über das er gar nicht verfüge, und das Risiko der Zwei-Klassen-Schule in Kauf genommen. Und die Schulleiter der interessierten Schulen hätten behauptet, "dass es ihnen ums Pädagogische ginge, aber der Eindruck verdichtet sich, dass sie nur das Geld wollten und die Machtkompetenzen", kritisiert der GEW-Vorsitzende. Im pädagogischen Bereich sei in vielen Schulen inhaltsgleiche Arbeit ohne Modellprojekt und Extrageld gelaufen. Auch darum hätten nur 23 der rund 200 Schulen in Duisburg mitmachen wollen.

Müller ärgert auch, dass die Landesregierung jetzt die Schulleiter eingeladen hat, "dabei hat das letzte Wort immer die Schulkonferenz". Der Regierungspräsident denke hierarchisch, sonst hätte er zuvor nicht drei Schulleiter zum "Abwatschen" nach Düsseldorf zitiert (die WAZ berichtete).

Müller glaubt die wahren Hintergründe des Ränkespiels zu kennen: Der Bildungsbereich sei neben der Wasserwirtschaft der lukrativste Einnahmezweig der Zukunft, ihn gelte es weltweit vermarktungsfähig zu machen. Deshalb sei die Bertelsmann-Stiftung auch die treibende Kraft in dem Modellprojekt. Langfristig wolle die Welthandels-Organisation, dass Bildung keine staatliche Hoheitsaufgabe mehr sei und private mit öffentlichen Anbieter konkurrierten.

27.05.2002   Von Annette Kalscheur

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